Mitte November war ich für drei Tage in Deutschland. Ich hatte das große Vergnügen, auf der Face-to-Face Konferenz in Ludwigsburg den Kick-off-Vortrag zu halten. Bei Face to Face geht es darum, Gestalter und Kunden gemeinsam auf die Bühne zu bringen und in Form eines Dialogs ihre Zusammenarbeit vorstellen zu lassen. Und darum, Deutschland mit einem stets wechselnden Partnerland in Berührung zu bringen und zu sehen, wie es dort läuft. Das diesjährige Partnerland war Frankreich, und deswegen war ich dabei.
In meinem Vortrag habe ich versucht, Deutschen und Franzosen ihre eigene Schriftkultur vor Augen zu halten beziehungsweise sie für die des anderen zu sensibilisieren. Dafür habe ich tatsächlich zum ersten Mal mit Keynote gearbeitet und war schwer begeistert von den Möglichkeiten, die Präsentation damit einzusprechen und abzuspielen, zu üben. So schwer begeistert, dass ich den Vortrag Stereotype nun als Film exportiert habe, so dass auch ihr ihn euch ansehen könnt, und zwar wahlweise auf Deutsch oder Englisch. Leider ist meine Heimausstattung nicht so üppig und deswegen die Soundqualität weniger berauschend.
Die Vorträge in Ludwigsburg waren unterm Strich auf einem sehr schönen Niveau und die Palette an Projekten wirklich breit gefächert, obschon man sagen kann, dass Grafik und Kommunikation den Löwenanteil ausmachten. Ein paar Knüller des Freitagvormittags sind mir leider entgangen, weil Schlaf so dringend nötig war … Ebenfalls sehr gut war das allgemeine, »niederschwellige« Klima, Sprecher und Publikum überall munter im Schwatz vertieft. Und ! es gab Spätzle mit Linsen und andere schwäbische Leckereien, über die ich mich saumäßig gefreut habe.
Von der Stadt Ludwigsburg habe ich leider nicht so viel gesehen. Am Tag der Anreise dachte ich zunächst Au weia. Die Strecke zwischen Bahnhof und Veranstaltungsort legte die Vermutung nahe, dass wohl doch ordentlich Bomben runtergekommen sind. Ziemlich viel westdeutscher Nachkriegscharme und ziemlich viel Trash. Eigentlich ein gefundenes Fressen für einen Lettering Walk. Zu dem kam ich aber gar nicht, weil mir das offizielle Programm zu gut gefiel. Zum Besuch des Schlosses reichte es aus gleichem Grund ebenfalls nicht. Aber: die hübsche, unbombardierte barocke Innenstadt habe ich dann doch noch gefunden und dort ein Lokal ganz nach meinem Geschmack.
Als ich die Tür zur Weinstube Klingel aufmachte, sah ich als erstes »die Oma« aus der Küche kommen, während die unterstellte Tochter oder Schwiegertochter am Tresen die »Getränke machte«. Wo es so ist, kann Essen und Trinken nicht so schlecht sein, dachte ich mir, und ja, es war gut und mit 12,80 für Braten und Bier auch noch günstig. Mein Tipp für Ludwigsburg: Weinstube Klingel !






























