Fritz Grögel

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Tanzbär

In Binnen on 28. September 2009 at 22:27
Tanzbär One

Tanzbär One

Mittwoch vormittags bekommen wir jetzt Unterricht im Programmieren von Just van Rossum. Und wer mich kennt, weiß, dass ich da nicht straks auf den Tisch spring und Oh captain my captain ! rufe. Der Siegel waren mir auf solchen Büchern zuviel, so far. Aber »wagen un winnen« heißt es am Bremer Rathaus und danach wird jetzt getanzt. Wir arbeiten erstmal in einem Programm, das Drawbot heißt. Es ist free, darf runtergeladen und probiert werden. Drawbot basiert auf der Programmiersprache Python. Drawbot hat drei Fensterteile. Links ist eine Fläche, in der geschriebene Zeilen in grafische Darstellungen umgesetzt werden. Rechts oben ist das Fenster, in das man seine Zeilen tippt. Rechts unten ist ein drittes Fenster, das eventuellen Textoutput darstellt. Sich mit Drawbot zu befassen hat zwei Vorteile, von denen ich per Dato berichten kann: Einerseits kann man einen für Grafiker nachvollziehbaren Einstieg in Python vollziehen, weil man immer gleich checken kann, welche Folgen eine Änderung im Skript hat. Und weil Augenmenschen ja auch immer gleich eine Vorstellung entwickeln, was sie gerne Zeichnen möchten, weckt das den Ehrgeiz, das dann auch dargestellt zu bekommen. Andererseits kann man mit Drawbot erstellte Grafiken als Vektor-PDFs exportieren, die man in den anderen DTP-Programmen weiterverarbeiten kann. Und wer gerne mit Random-Funktionen spielt, hat in Drawbot mit Sicherheit seinen Spaß. So wie ich. Ich habe als erste Fingerübung einen Tanzbären geschrieben, der bei jedem Run seine Farbe und Position ändert – schick zufällig mit Randomwerten und sicher ganz unschick mit zuviel Müll im Skript. Aber das erfahre ich bestimmt am Mittwoch. Und ob man das ganze mit einem Midifile synchronisieren kann und wie man Hebefiguren effizient bewältigt, das würde mich auch interessieren.

und Wechselschritt

und Wechselschritt

und Wiegeschritt

und Wiegeschritt

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Tour d’Horizon

In Het Leventje on 21. September 2009 at 00:20
BA-Man, Den Haag

BA-Man, Den Haag

Stadtlandschaft Den Haag

Stadtlandschaft Den Haag

Outerskirts Den Haag

Outerskirts Den Haag

Monster

Monster

Kätzchen

Kätzchen

Coördinator

Coördinator

Tierklinik Monster

Tierklinik Monster

Abwrackprämie

Abwrackprämie

Beleza hollandesa

Beleza hollandesa

Geißen

Geißen

Pferd

Pferd

Europort

Noordzee

Europort

Dorpskerk

Dorpskerk

Brasilien reloaded

Brasilien reloaded

Wow

Wow

K

K

Flutschutztor

Flutschutztor

Nationalstraat

Nationalstraat

Racing Inn

Racing Inn

Never take the same way twice.

In Het Leventje, Nederlandse Taal, Productwatch on 20. September 2009 at 23:04
Brätling

Brätling

Die Lebensweisheit hat sich heute erfüllt. Ich hab mich auf’s Rad gesetzt und bin nach Hoek van Holland gefahren. Gesamtkilometer geschätzt 50 km, von halb Drei bis etwa 8 Uhr, mit vielen Breaks zum Fotografieren und Kucken und Staunen. Mittagspause in Hoek van Holland mit frittiertem Fisch und Pommes. Die ersten guten Fritiersachen, die ich hier bisher bekommen habe und wie gut ! Der Fisch war frisch und wurde mir gezeigt, bevor er in flüssigen Teig gesteckt und nei die Fridöös geschmissen wurde. Ich bin fast ausgerastet, so niedlich fand ich das. Fisch und Panade waren so köstlich, dass ich keine Stipfsauce bestellt habe. Die hätt ich nämlich ansagen müssen, wenn ich das gewollt hätte, aber daran hab ich gar nicht gedacht. Aber eben: das Zeug war so gut, dass ich gar kein Verlangen hatte, den Stipf nachzuordern. Das mach ich beim nächsten Mal, wenn der so gut ist wie sonst alles, könnte es spektakulär sein. In dem Laden waren sie ganz verwundert, dass ich fotografieren wollte, wie sie den Fisch rausziehen, wenn er fertig ist. Der Bräter war sogar so freundlich, mir anzubieten, dass er mich rufen würde, sobald der Moment da sei. Weil ich schon meine Kamera gezückt hatte und dachte schwuppwupp geht das. Aber nix, der Fisch muss schon ein paar Minuten im heißen Fett baden. Draußen wurde dann gottseidank gerade was frei und ich konnte mich setzen, voller Vertrauen auf die Aufrichtigkeit des jungen Mannes.

Terminal Hoek

Terminal Hoek

Und piffpaff setzte sich eine sehr guterhaltene Frau zu mir, die kurz davor steht, als »älter« bezeichnet zu werden. Ich hab ihr erzählt, wo ich so herkomm und was ich hier mache. Sie dachte zunächst, ich sei gerade von der Fähre aus Harwich gefallen, die tatsächlich gleichzeitig mit mir ankam, am Hafen. Die Dame entpuppte sich als gebürtige Britin, die früher auf der Fähre gearbeitet hat. Als was, war ich leider zu dumm, zu fragen. Wegen der Fähre sei sie nicht in Hoek van Holland hängen geblieben. Aber das sei eine andere, lange Geschichte. Ein Moment des Schweigens. Dann haben wir etwas darüber geredet, was es denn auf der anderen Seite so gäbe. Offenbar nicht viel. Und wenn ich darüber nachdenke, gibt es direkt in Hoek eigentlich auch nicht gerade viel. Mir gefällts, aber massentourismussfähig finde ich es eigentlich nicht. Trotzalledem scheint das Fährbusiness wohlauf zu sein, was mich ehrlichgesagt total wundert. Aber natürlich möchte ich sie auch unbedingt mal nehmen. Infos hab ich eingesteckt. Weiß nur nicht, wann das passen soll, denn die Überfahrt ist mit 8 Stunden ganz schön lang.

Hoekse Vishandel

Hoekse Vishandel

Dann haben sich noch zwei Niederländer dazu gesetzt und das Gespräch ging auf Niederländisch weiter. Ich hab zwar echt viel kapiert, worums bei denen ging, aber mitreden hätte ich gar nicht können. Ich hab dann halt irgendwann auf Englisch geantwortet, was ganz unproblematisch akzeptiert wurde. Die Holländer sprechen weniger gut Englisch, als ich gedacht habe. Mein Cliché war, dass sie alle super reden, weil sie ja soviel Anglokram im Original konsumieren. Aber: das trifft für einen großen Teil der Bevölkerung zu, aber eben nicht für den anderen. Handwerker etwa und Verwaltungsangestellte und Verkäuferinnen sprechen oft schlecht oder gar kein Englisch. Wenn man also mit allen Niederländern tatsächlich in Kontakt kommen möchte, muss man sich die Mühe schon machen. Gut an den Niederländern ist, dass sie im Fall einfach Niederländisch weiterreden und kucken, ob man’s kapiert. Und das geht beim Praktischen recht einfach. Zahlsituation, kaputtes Fenster zeigen, Unterschrift geben, da versteht man natürlich jedes Wort. Das ist aber auch extrem wenig.

Dutch UFO

Dutch UFO

Nach dem Mahl bin ich reingegangen, um zu zahlen. Ich fragte den Brätling, was das denn für ein Fisch gewesen sei, der so köstlich und so frisch war. Cod, sprach er und es war Englisch. Und wie nennt man ihn auf Niederländisch ? Leckerböck. Leckerböck? Yeah. Ich verabschiedete mich von ihm und von meinem Tisch. Die Damen und Herren zeigten Beachtung für meine sportliche Leistung, von Den Haag mit dem Rad hergekommen zu sein. Was ich nett fand, aber auf ihr Alter oder ihre Höflichkeit zurückführe. Ah, and: nice to meet you ! Ich habe nicht zweimal den gleichen Weg genommen und diese Entscheidung wurde mit Orientierungsproblemen, Gewerbegebieten und Strecken entlang von Nationalstraßen belohnt. Was für eine Siedlungsdichte, was für Orte, was für Gewächshäuser. Die stehen nicht nur im Supermarkt in Holland, nein, die stehen da auch in echt. Ich bin ein nasser Schwamm nach einem Bad in Zuid-Holland.

Lokalrunde

In Binnen, Het Leventje on 19. September 2009 at 11:56
Jon, Nils, Yohanna

Jon, Nils, Yohanna

Meine Kollegen im TM-Kurs kurz vorgestellt. Jon aus Dänemark hat die letzten Jahre als Freelancer gearbeitet, Nils aus Kiel ist grade mit seinem Erststudium an der Muthesius fertig, Yohanna-Mi aus Frankreich war an der Estienne in Paris, danach für einen Master in London und macht jetzt ihren zweiten in Den Haag.

Jon, Slávka, Nils

Jon, Slávka, Nils

Hier in der Mitte sitzt Slávka aus der Slowakei. Sie hat zwei Studien parallel gemacht. Buchgestaltung und Buchbinderei in Brno, Tschechien und Grafikdesign in der Slowakei.

Irina, Frank und Tânia

Irina, Frank und Tânia

Irina kommt aus Moskau und liebt es, den Sommer im russischen Norden zu verbringen. Sie hat schon sehr viel Erfahrung in Schriftentwurf. In der Mitte sitzt Frank, der in Hof aufgewachsen ist (noch ein Franke), in Saarbrücken studiert hat und zuletzt in Berlin gewohnt und gearbeitet hat. Links daneben die Tânia aus Portugal, die in Caldas da Rainha studiert und zuletzt in Lissabon gearbeitet hat.

Jan Willem, Martina, Brigitte und Kristyan

Jan Willem, Martina, Brigitte und Kristyan

Jan Willem ist der Koordinator unseres Kurses. Mit ihm werden wir einige Grafikdesignübungen haben. Aber er sieht seine Aufgabe auch darin, uns die Niederlande zu zeigen. Mit ihm machen wir einige Exkursionen und viele Ausflüge in fachrelevante Einrichtungen. Martina ist aus Buenos Aires, Argentinien, und hat einige Jahre Berufserfahrung als Grafikerin und Lehrerin. Brigitte stammt aus München, ist über Stationen in Italien, Portugal und Brasilien schließlich in Montréal gelandet, wo sie zuletzt ebenfalls als Lehrerin und Grafikerin gearbeitet hat. Kristyan stammt aus dem Libanon und ist, wie sein Name schon andeutet, Christ. Er hat als Grafiker und Schriftgestalter schon ein bisschen Erfahrung gesammelt, u. a. in Dubai. Er hat sich zum Ziel gesetzt, unser Bild vom Nahen Osten mal etwas zu pimpen, wofür ich sehr empfänglich und dankbar bin.

Leere Versprechen

In Het Leventje on 19. September 2009 at 11:18
Viel & Mehr

Viel & Mehr

»Brot & mehr«, »Musik & mehr«, »Urlaub & mehr« … Mehr-Formeln sollte man immer vermeiden, da sie ein Versprechen nicht steigern, sondern lediglich verwässern. In diesem Sinne ziehe ich den Hut vor diesem Beispiel, in dem gleich ganz auf inhaltliche Kommunikation verzichtet wird. Viel & mehr lässt alles offen, dass sollte dann ja wirklich jeden interessieren. Durch Googeln habe ich rausgefunden, dass es sich um ein spanisches Grillhaus handelt.

Das Wetter

In Het Leventje on 19. September 2009 at 01:10
Sperrbezirk

Sperrbezirk

Heute nacht dringt zum ersten Mal Holländergedröhn an mein Ohr. Irgendwo in der Gegend ist Party, ob privat oder im Pub kann ich von hier aus nicht sehen. Aber gerade wurde laut aufgesungen zu lauter Musik. Konnte ich nicht identifizieren, aber »hä hä to paaaarty« könnte es schon gewesen sein. Die Nächte zuvor habe ich eigentich immer nur das — mitunter laute — angelsächsische und pidginenglische Gequake von vor’m Coffeeshop gegenüber gehört. Neulich habe ich statt Coffeeshop mal Copyshop gesagt. — Mein Fenster steht noch Tag wie Nacht offen, und die Holländer merken an, dass man wirklich Glück habe mit diesem September. Die Nächte sind schon recht kalt, lang gehts nicht mehr. Aber die Stadt bäumt sich nochmal auf und versucht sich gegenseitig Sommer vorzustellen. Ich hab heute morgen mein Herbst/Winter-Modell reaktiviert und mich gefreut, dass ich diese schöne Jacke wieder tragen kann. Aber auf dem Weg zur KABK gemerkt, dass diese Wahl zur Unzeit geroffen war. Ich hatte Glück, denn am Morgen entfiel Kalligrafie und ich konnte die aufgerissene Zeitbudgetlücke effektiv füllen.

Erstens mit dem »Machenlassen« einer niederländischen Bahncard, die Tijdelijk Voordeelurenabonnement heißt. Sage noch einer, Deutsch sei eine verkackte Beamtensprache mit Bandwurmwörtern. Die permanente Vokalverdopplung in dieser Sprache ist wirklich hart beim Kalligrafieren. Im allgemeinen, typographischen Schriftbild ist Niederländisch aber bis jetzt für mich sehr harmonisch, gut setzbar anscheinend (probiert habe ich es noch nicht). Und man sieht auch viel gute Alltagstypographie hier, allenthalben. Öffentiche Ausschilderungen können aber ein Greuel sein, vor allem die Gattung Baustellenschilder, Aus- und Einfahrtswege.

Bahncard hab ich jetzt also. Auf dem Weg nach Hause bin ich in das Mauritshuis rein und habe dort nach der Museumskarte gefragt. Mit der bekommt man ein Jahr freien Eintritt in viele niederländische Museen. Kostet als Volwassenkaart 39,95 € (sic!)  und lohnt sich offensichtlich ziemlich schnell. Vier wichtige Burgen, und man hat das Gleiche gelatzt. Der Vorgang war lustig, analog und digital sinnvoll verknüpft. Man kauft die Karte (Modell Bankkarte) an einer Museumskasse und bekommt einen Umschlag mit Karte, Anleitung und Aufklebervordruck. Nu, was sind denn das für Klebchen ? Eines hab ich nicht ganz begriffen, es ist eine Registriernummer. Ich hoffe, sie ist nur für Dauerabonnenten, denn ich ignoriere sie. Das andere musste ich offensichtlich mit meinem Namen, dem Geburtsdatum und dem Verfalldatum (!) bechriften und auf die Karte kleben. Ich selber ? Hm. Bleibst ja wohl nur ein Jahr. Schreibste das richtige rein. Später hab ich dann gelesen, dass eh das Verfallsdatum in meiner Karte steht und ausgelesen werden kann. Und die ziehen das Ding wirklich in den Museen durch ein Lesegerät. Was der Staat dann mit diesen Daten macht, ist mir irgendwie Wurst. Ich glaube nicht, dass ein Museum mehr Geld bekommt, wenn ich mehrmals reingehe. Oder sie mein Kulturprofil an Amazon weitergeben. ? Ok, ich denk nochmal drüber nach. An die Museumskarte ist — extrem gut ausgedacht — gleich der erste Museumsbesuch gekoppelt. Man bekommt zur Karte direkt das Ticket für seinen ersten freien Eintritt. Gehen kann man, wann man will. Aber die Karte hat man dann schon und spaziert einfach rein. Das ist geil.

Mein dritter Gang (auf nur zwei Wegen) war nach Hause. Abi hat ne Menge Sachen vom Vorjahr dagelassen, und es war höchste Zeit, die in die Uni zu tragen, damit man sehen könnte, was davon noch gebraucht werden mag. Ein Spektrum von Stadtplänen und Glühbirnen zu japanischen Plastikfläschchen (Hypotese: Klebstoff) und Regenschirmen. Ein erfüllter Vormittag im schönsten Sonnenschein. Heute war ein außergewöhnlich schöner Spätsommertag. Wir waren nachmittags in Amsterdam und haben die Best verzorgde Boeken der Niederlande 2009 besehen. Da hatte ich dann zum Glück die leichtere Jacke an.

Prinsjesdag II

In Het Leventje on 16. September 2009 at 11:14
Lange Voorhout

Lange Voorhout

Beatrix nimmt die Lange Voorhout: Die Strecke von Paleis Noordeinde zum Binnenhof führt über einen extrem breiten, bebaumten Boulevard, der »Lange Voorhout« heißt. Was bei mir Schauer des Entsezens und des Fremdschämens auslöst, spricht der Holländer aus, ohne mit der Wimper zu zucken. Meine Netzrecherche hat ergeben, dass Lange Voorhout soviel heißen soll wie »long wooden entrance«. Erstaunlicherweise findet man weder die Etymologie des Begriffs, noch eine deutsche Diskussion zu diesem pikanten »falschen Freund«. Es gibt noch eine Gemeinde gleichen Namens und das ganze scheint sowas zu sein wie in meiner Kindheit unser Nachbardorf Geilsheim. Da haben wir sehr lange gebraucht, bis wir anfingen zu kichern. Bei Dittenheim gings schneller.

Marschmusik

Marschmusik

Wie auch immer, ich stand Ecke Lange Vorhaut/Kurze Vorhaut und harrte der Parade die da kommen sollte. Meine erste Beobachtung war, dass die Niederländer zu solchen Anlässen auch gerne Tschingdarassabumm machen, allerdings haben sie ein anderes Repertoire bei den Märschen, ich hab nichts wiedererkannt.

Matrosen

Matrosen

Der Weg wurde von Matrosen Matrösinnen gesäumt, die ganz schön lange stehen mussten und deswegen von ihren Vorgesetzten ab und zu mit Bonbons gefüttert wurden. Das war ein äußerst niedlicher Anblick. Die Matrosen dürfen nämlich während der ganzen Zeit ihre Hände nicht von der Waffe nehmen und können sich kein Bonbon selber in den Mund stecken. Deswegen kam ein Vorgesetzter vorbei, sprach ein paar nette Worte mit ihnen und steckte ihnen dann den Drops in den Mund, wie der Pfarrer beim Abendmahl. Soviel praktizierten Humanismus kommentierte das Publikum mit zustimmendem Gemurmel und wohlwollenden Ohs und Ahs.

Pferdchen

Pferdchen

Die ersen 45 Minuten bestanden hauptsächlich aus Warten. Zuerst kamen einige Züge militärischer Art vorbei, in verschiedenen, pittoresken Uniformen. Dazwischen die eine oder andere Militärkapelle. Dann kamen die ersten Pferde. Stattliche Pferde und oft nach Fellfarben zusammengestellt. Dann kamen zwei schwarze Kutschen mit 2 bzw. 4 Pferden und schließlich die Goldene Kutsche mit 8 Pferden. Während die Queen auf der Strecke ist, schießen Soldaten auf einem innerstädtischen Festplatz alle zwei Minuten Salut. Mehr Informationen zum Protokoll findet ihr hier.

Trachtengruppe

Trachtengruppe

Da, wo ich stand, hatte sich eine Trachtengruppe bereits mit Klappstühlen bewaffnet die erste Reihe gesichert. Ihre Enkelchen in Holzschuhen durften im Hinterland spielen und wurden erst als es ernst wurde nach vorn geschoben. Sehr verblüfft an dieser Tracht hat mich das viele Metall am Kopp. Ob das wohl mal ein Zeichen für Wohlstand war ?

Kaffeefahrt

Kaffeefahrt

Nach dem ersten Auftritt (Queen goes Binnenhof) bin ich die Lange Voorhout runtergelaufen und konnte dabei feststellen, dass etwa ein halber Kilometer der Paradestrecke für Alte und Sieche reserviert war. Die Busse für ihren An- und Abtransport direkt in ihrem Rücken.

Safetyflowers

Safetyflowers

In der Pause vor dem zweiten Akt (Queen fährt zurück zum Schloss) habe ich mir etwas das Umfeld betrachtet und dabei zunächst die großartige Panzersperrenbeflorung enteckt. Beim letzten Koninginnedag gab es einen Anschlag mit einem Auto, bei dem der Fahrer des Wagens und sieben Zuschauer starben. Die Niederländer selbst finden die Sicherheitsmaßnahmen befremdlich und fanden auch, dass wesentlich mehr Militär und Polizei als sonst üblich aufgeboten war. Der Berliner fand den Aufwand, mit dem die Sicherheit versteckt wird und die freundlichen Plaudereien zwischen Aufpasser und Publikum befremdlich.

Organisationsmeister

Organisationsmeister

Ebenfalls lobenswert fand ich die ganze Organisation des großen Tamtams. Ich hatte als Anwohner bereits zu Beginn des Monats einen Entschuldigungsbrief bekommen, in dem mir erklärt wurde, wo ich am Tag X parken, radfahren und die Protokollstrecke passieren könnte. Hier im Bild: die Fahnen, mit denen dem Publikum kommuniziert wurde, wo sie von einer Seite der Absperrung auf die andere wechseln können.

Hutschachteln

Hutschachteln

Etwas enttäuscht war ich von der »Hoedjesparade«. Schicke Hüte tragen nur Politikerinnen und andere ofizielle Damen, die man am Abend in den Nachrichten sieht. Die Damen entlang der Strecke trugen fast ausschließlich Spaßhüte, mal mehr, mal weniger geschmackvoll. Teilweise war es schon sehr trashig. Aber: dieser Spaß wird nicht als anti-royalistisch empfunden. Lustige Aufzüge werden mit einem Lächeln quittiert und beißen sich nicht damit, der Königin winken zu wollen. Der Huttrend ist auch erst wenige Jahre alt, es bleibt also abzuwarten, wohin sich das entwickelt.

Nach dem zweiten Auftritt in der Kutsche zeigt sich die Queen dann noch einmal mit Familie auf dem Balkon von Noordeinde, die sogenannte »Balkonscène«. Insgesamt dauert der öffentliche Teil des Prinsjesdags nur etwa 2 Stunden. Den nichtöffentlichen und hochpolitischen Teil sieht man dann in den Abendnachrichten.

Mobile Einsatzkräfte

In Het Leventje on 16. September 2009 at 09:37
Ambulanz

Ambulanz

Ich weiß, es ist schon ein alter Hut, aber ich begeistere mich aktuell sehr für das Design der diversen mobilen Einsatzkräfte hier. Rund um den Prinsjesdag hatte ich Gelegenheit, einige hübsche Exemplare im Bild festzuhalten. Voll der Matchbox-Charme. Für alle Bubis unter uns. Design: Studio Dumbar.

Polizei

Polizei

Haaglanden-Polizei

Haaglanden-Polizei

Brandweer

Brandweer

Jeep

Jeep

Prinsjesdag I

In Het Leventje on 15. September 2009 at 15:58
Gouden Koets

Gouden Koets

Ich habe sie gesehen ! Drei Mal ! Beim ersten Mal hab ich sie eigentlich nicht gesehen, weil ich mich so aufs Fotografieren konzentriert habe. Beim zweiten Mal hab ich sie dann nicht fotografiert, aber dafür hab ich ihr gewunken und sie hat zurückgewunken ! Ich glaub, sie mag mich. Beim dritten Mal war sie dann recht weit weg, aber dafür war das Setting cool. Und ich hab sie sowohl gesehen, als auch fotografiert. Jetzt muss ich erstmal in die Schule, humanistische Minuskel üben. Ein echter Bericht folgt heute Abend.

Beatrice

Beatrice

Balkon des Paleis Noordeinde

Balkon des Paleis Noordeinde

Winke winke

Winke winke

Noordeinde met IJs

In Het Leventje on 15. September 2009 at 00:50
Paleis Noordeinde

Paleis Noordeinde

Heute ist der Prinsjesdag. Wo die Königin da hinfährt und was sie da tut, habe ich ja bereits erzählt. Eine kindgerechte Erläuterung der Vorgänge habe ich heute hier gefunden, allerdings auf Niederländisch. Der Anfangspunkt der Reise ist aber auch interessant. Es ist das Paleis Noordeinde, das seit 1984 der Arbeitssitz der Königin ist. Es ist bezeichnend, dass die Königin nicht von ihrem Wohnschloss losfährt, dem Huis ten Bosch, das ebenfalls in Den Haag ist. Der Paleis Noordeinde ist ebenfalls in meiner direkten Nachbarschaft. Es hat einen öffentlich zugänglichen Park dabei, den ich allerdings noch nicht besucht habe. Das Schloss hat mal eine kurze Zeit unserem Preußen-Fritz gehört, der es aber zusammen mit allen anderen niederländischen Besitzungen an den Niederländischen »Statthalter« Wilhelm den V. von Oranje-Nassau verkauft hat. Mit den Oranjern ist es nämlich so, dass sie erst seit dem Wiener Kongress Könige der Niederlande sind. Allerdings spielten sie bereits im Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien eine wichtige Rolle und stellten während der Zeit der Republik viele »Statthalter«, so etwas wie vom Patriziat und den verschiedenen Provinzen akzeptierte Häuptlinge. Später wurde der Statthaltertitel sogar schon erblich, weswegen ich bei den Niederlanden und der Frage nach Republik und Konstitutioneller Monarchie immer recht verwirrt bin, weil weder die Monarchie noch die Republik je dem entsprochen hätten, was ich mir in Frankreich und Deutschland darunter vorstellen kann. In jedem Fall sind die Königs hier im großen und ganzen wohlgelitten. Meine Straße hat sich bereits am Wochenende herausgeputzt. Fahnen wurden aufgehängt und dazu ein niedliches Detail. Statt oranger Wimpel haben sie Hüte aufgehängt, als schmunzelnder Verweis darauf, dass der Prinsjesdag ein 1a »Huttag« ist. Die Beatrix hat nämlich ein Faible für Hüte und bei Paraden und Staatsanlässen ist das ein willkommener Anlass für andere Damen, ihr gleichzutun und sich schick zu behüten. Die »Hütchenparade« könnt ihr nach dem morgigen Tag hier bestaunen.

Geschmückte Molenstraat

Geschmückte Molenstraat