Fritz Grögel

Archive for the ‘Binnen’ Category

Sinter Class

In Binnen on 21. Dezember 2009 at 21:09

Cadeautjes

Aber Sinterklaas hat viele weitere Facetten, über die man nicht diskutieren muss. Eine sehr schöne haben wir in der Klasse zelebriert, wenn wir auch anscheinend nicht hunderprozentig die traditionellen Regeln eingehalten haben. Im Grunde haben wir gewichtelt, mit einer Geschenkausgabenobergrenze von fünf Euro.

Slavka mit Mütze

Jeder hat ein Los gezogen und dann kam das Beste: jeder musste ein Gedicht verfassen, das auf den Beschenkten gemünzt ist, ohne dessen Namen zu nennen. Die anderen mussten dann raten, wer der Beschenkte denn sei. Hier im Bild die Slavka, die gerade dran war und deswegen die Mütze auf hat. Rechts das ist der Kristyan und links die Tânia, die uns zur Feier des Tages wieder wunderbar bebacken hat.

Delícias taniânas

Poeme

Hier noch die versammelten Poeme. Hartstikkend leuk !

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Albert Din Pool

In Binnen on 21. Dezember 2009 at 16:20

Das blaue Lichtbad

En nog een ker conferencie: Albert Jan Pool gab sich die Ehre , einen Tag später, am 20. November. Sein Thema: »Sans-serif typeface — a Bauhaus myth?«. Mr. Pool hat sich inzwischen tief in die Recherche über den Ursprung konstruierter Serifenloser im deutschsprachigen Raum gebohrt und wird uns, so hoffe ich, bald mit einem Buch zum Thema beglücken.

Wir wurden mit einer zweistündigen Präsentation beglückt, deren einziger Problempunkt das Licht war. Die Fenster des Raumes waren komplett verdunkelt und die Präsentation mit Blau durchgestaltet. Ergo saßen wir zwei Stunden in einem blauen Lichtbad. Das ist heftig. Allerdings unterstreicht es, wie fesselnd die Präsentation war: Ich war keine fünf Minuten gelangweilt und danach voll frohen Mutes.

Friedrich Soennecken, Schreibmodelle

Im ersten Teil des Vortrages zeigte uns Albert Jan Pool seine Recherchesammlung von Lettering- und Schreibmodellen zwischen 1870 und 1920 anhand derer er aufzeigen konnte, dass die Entwicklung konsruierter, monolinearer Serifenloser bereits fünfzig Jahre vor dem Bauhaus nachweisbar ist. Aber eben mal wieder nicht im Bereich der Bleitypographie, sondern in in den Feldern reformerischer Schreiblernmethoden, der Lithographie, des angewandten Lettering für Firmenauftritte und der Letteringmethoden der Kunstgewerbeschulen.

TypoBasis_Geschichte_VI_S44

Auf die Details will ich hier nicht zu tief eingehen, weil ich nicht alle Quellen seiner Arbeit ins Netz posten möchte. Interessant fand ich vor allem die Figur des Friedrich Soennecken, der einerseits die Redisfeder oder Gleichzugfeder erfand, das ist die mit der kleinen Pfanne, die einen fast monolinearen Strich erzeugt. Über den war ich bei meinen Recherchen für die Vorlesungen an der FH Potsdam ebenfalls gestolpert, es ist allerdings kaum etwas über ihn im Netz zu finden. Seine Feder wird meines Erachtens im Kontext zur serifenlosen Typographie viel zu wenig beachtet, wenn man sich einmal vor Augen hält, wie dezidiert in der Fachliteratur immer auf den Zusammenhang von Anglaise / Spitzfeder und klassizistischer Typographie (Didot, Bodoni) und den von Humanistischer Minuskel / Breitfeder und Venezianischer Renaissanceantiqua (Jenson) hingewiesen wird.

Soennecken: Eine Empfehlungskarte der deutschen Schrift

Andererseits war Soennecken ein Verehrer von Friedrich Fröbel (dem Vater der Kindergärten) und den »Fröbelgaben« (pädagogischen Spielzeugen aus elementaren Grundkörpern — Konstrutivsmus ick hör dir trappsen) und zudem ein strammer Verfechter der Antiqua im Fraktur-Antiqua-Streit. So gab er einen »Schriftbaukasten« als Fröbelgabe heraus, mit dessen Metallelementen Kinder Buchstaben zusammenstellen und abdrucken konnten.

Im zweiten Teil nahm Albert Jan Pool die tatsächliche Involvierung des Bauhauses in die Entwicklung konstruierter, monolinearer Serifenloser genauer unter die Lupe und stellte fest, dass es um das Bauhaus herum eine ganze Menge von parallelen Entwicklungen anderer Personen gab, die mindestens genau so viel Beachtung verdienen. Names to drop sind hier Ernst Neufert, Mitglied des DIN-Ausschusses, Walter Porstmann und Walter Dexel, von dem ich kürzlich Arbeiten in einer Theo-van-Doesburg-Ausstellung in Leiden sehen konnte, darunter seine Jenaer Gaslaternen, die spektakulär sind.

Also: falls ihr Albert Din Pool (Zitat E. Spiekermann) demnächst irgendwo hören könnt: hingehen !

Type & Design, Academie Editie

In Binnen on 21. Dezember 2009 at 12:26
Dr. Peter Karow, Pionier der Schriftdigitalisierung

Dr. Peter Karow, Pionier der Schriftdigitalisierung. Im Hintergrund steht Frank E. Blokland.

Hoppse November Konferenz Konferenz. In der Woche nach Ludwigsburg ging es munter weiter mit Konferenzgehoppse. Am 18. gab es eine durch die Dutch Type Library von Frank E. Blokland veranstaltete Konferenz im Kurhaus von Scheveningen. Zu dem Anlass hat mich JB aus Paris besucht. Auf der Konferenz wurde Thomas Milo der Dr. Peter Karow Award for Font Technology & Digital Typography verliehen. Aber der Reihe nach.

Zur »richtigen« Konferenz ist JB aus Paris gegangen, ich hatte an dem Tag ganz gewöhnlich Unterricht. Das überaus Großartige war, dass Frank E. Blokland annähernd die gleiche Konferenz am darauf folgenden Tag in der KABK veranstaltete, quasi als zweiten Lauf. Extra für Studenten, aber mit allen Dingen, die man von Konferenzen kennt: vorherige Anmeldung, Einchecken mit Bezahlen der Konferenzgebühr (niedliche 5 Euro für die Lunch-Brötchen), Namensschildchen, großer Saal, Mikrophon, Halbdunkel, Projektion. Ich fands richtig toll.

John Hudson

John Hudson, Tiro Typeworks, British Columbia. Schöpfer von Cambria und Cambria Math (Microsoft Cleartype).

Los ging es mit einem Vortrag von Peter Rosenfeld über die Anfänge des Ikarus-Sytems und der Digitalisierung von Schrift bei URW in Hamburg in den 1970er Jahren, direkt gefolgt von einem Vortrag des Erfinders selbst, Dr. Peter Karow, zu dessen Ehren der Font Technology Award auch seinen Namen trägt. Absolut unverständlich ist, warum Karow noch keinen Artikel auf Wikipedia hat, Wolfgang Beinert aber schon. Sehr gespannt war ich auf John Hudson, der auf einem Eiland vor Vancouver Tiro Typeworks betreibt, öfters in der ATypI Mailingliste zu lesen ist und sich auf die harten Fälle des Typedesign spezialisiert hat, auf mathematischen Satz und nicht-lateinische Zeichensysteme.

Thomas Milo

Thomas Milo, Deco Type, Tasmeem-Software für arabischen Satz.

Am Nachnmittag kam dann ausführlich der Preisträger Thomas Milo zu Wort, der mit seiner Firma Deco Type die Software Tasmeem entwickelt hat, die erlaubt, nach den Regeln klassischer arabischer Kalligrafie in Indesign zu setzen. Milo ist kein gelernter Grafiker, sondern von Haus aus Linguist. Das machte seinen Vortrag ziemlich spannend. Überhaupt ist es bei Typedesign und Konsorten immer wieder erstaunlich, dass die Menschen aus den unterschiedlichsten Richtungen dort hin kommen. Einen Eindruck von dem, was er so macht kann man auf diesem relativ verrauschten Video von einer Konferenz an der St. Bride Library in London 2007 sehen. Ihn live zu erleben ist allerdings unvergleichlich besser, er sprüht vor Energie. Ihm verdanke ich auch den Aphorismus A language is a dialect with an army, der jetzt in meinem Notizbuch steht, farbig umrandet.

Stein

In Binnen, Buiten on 16. November 2009 at 00:18

Skywalk, lettering, party time, excellent.

Seit einigen Wochen haben wir weitere Unterrichtseinheiten mit weiteren Lehrenden. Françoise Berserik lässt uns Mittwoch morgens Schrift in Stein schlagen. Zum Auftakt hat sie uns auf einen Letteringwalk durch die Innenstadt mitgenommen. Großartig. Großartig war sogar das Wetter, einer der kältesten, aber auch schönsten Tage des Herbstes.

Lettering Walk
Die erste Übung im Kurs war, einen Stammstummel mit zwei verschiedenen Enden zu schlagen. Auf einer Seite eine Sans-Serife, auf der anderen eine Serife oder auch Fisch-Serife. Ich habe einen harten, grauen Stein aus Belgien, der total stinkt, nach Schwefel und anderen Noten aus den Sedimenten des Planeten. Aber der Stein ist gut zu mir und so mag ich den Geruch. Ich dachte, er wär so schön weich, weil er so nett zu mir ist und meine Geraden und Winkel recht treu annimmt. Bis Françoise mich aufgeklärt hat, dass es genau das Gegenteil ist: er ist wunderbar hart. Öhm.

Serifen

Die erste Entdeckung war, dass man den Stamm nicht vom Umriss denken muss, sondern aus der Mitte. Das heißt, beim Anzeichnen ist es erstmal schon noch wie man denkt, aber wenn man dann einmal eine Mittellinie im Stamm definiert hat, passiert alles weitere von dort aus.

Steinmetzgerei Loderreiter

Man schabt und schlägt sich vorsichtig und in dünnen Schichten in den Stein und geht nach und nach tiefer, aus der Mitte heraus. Bei Kurven setzt man außen an und versucht zunächst, die geplante Fluglinie soweit festzuklopfen, dass der Meißel eine Führung bekommt. Wenn die passt, muss man danach nur brav folgen. Danke, Frank für das Foto! Und: Ja, den Pullover gibts immer noch.

Rubbelprobe

Die nächste Überraschung war, dass man auch bei Stein korrigieren kann. Zuerst hat man Angst, dass ein falscher Schlag gleich alles versauen kann. Das ist aber nicht so, weil man ja schichtweise tiefer geht, kann man auch Misslungenes wieder in Ordnung bringen. Gegen Ende wirds immer langsamer und genauer, und man macht Rubbelproben, die einem ein anderes Bild geben. Hier sieht man vieles, was am Stein nicht auffällt. Andererseits ist das Bild im Stein doch etwas anderes, wegen Plastizität und Licht und allem. Das eine steht nicht für das andere.

Ernah

In der zweiten Übung haben wir ein »R« vorgezeichnet. Weil man die Counter ausgleichen muss, weil es horizontale, vertikale und diagonale Striche hat und ein wichtiges Dick-dünn-Spiel.  Man muss mit den dünnsten Stellen vorsichtig anfangen und dann in die fetten/tiefen Teile gehen.

R fern

Die Bogen sind auch beim Stein gedachte weichfließende Kurven. Wie bei einem zeichnerischen Prozess geht man die Ideallinie immer wieder entlang und versucht, an den richtigen Stellen die Dynamik hineinzubringen. Da stand ich dann oft wie der Ochs vorm Berg. Man sieht vielleicht, wo es hin soll, aber muss dann jetzt oben am Strich mehr weg oder unten. Bzw. gleichmäßig, oder gerade nicht. Da fragt man dann Françoise, weil man am Ende wirklich alles versauen kann. Françoise sagt einem auch, wann man aufhören soll. Super.

Schreiben. Zeichnen.

In Binnen on 15. November 2009 at 23:03

Bogenübung, Pinsel

Die ersten Wochen waren geprägt von handwerklichen Übungen mit dreierlei Schreibwerkzeug: mit der Breitfeder, mit der Spitzfeder und mit einem breiten Pinsel. Es ging um Hand, Konzentration und Wahrnehmung. Mit dem Pinsel haben wir, wie mit der Breitfeder ein Ausgangsmodell geschrieben, das auf der humanistischen Minuskel basiert. Aber darum geht es eben nicht in dem historischen Sinne. Es geht darum, sehr genau einzuhalten, wie Zeichen formschön und logisch aufgebaut werden. Es ist eine recht analytische Methode finde ich, und man merkt, wie man seine Augen umstellt.

Natürlich geht es auch viel um Kontraste und den Winkel der Spitze, um die tatsächliche und idealtypische Ausformung der Schwünge und Züge. Es hat etwas gedauert, den Unterschied zu kurrenten Arten der Kalligraphie zu checken, dieses Schreiben ist gesetzt und sehr diszipliniert. Antiqua eben und nicht Anglaise. Intime Freundschaft schließen mit dem Translationskontrast.

Sehr interessant war für mich, mit einem breiten Pinsel zu arbeiten. So wie ich bei der Breitfeder sprachlich zwischen Schreiben und Zeichnen schwanken würde, schwanke ich hier zwischen Schreiben und Malen. Aber es darf nie wirklich eines der beiden sein. Den breiten Pinsel hat uns Peter Verheul ans Herz gelegt.

Spitzfeder

Dem gegenüber steht die Sensibilisierung für die Spitzfeder und die Expansion. Auch für den pointed pen gibt es ein Modell von Erik van Blokland, dass sehr auf das Wesentliche reduziert ist und einen vieles ausloten lässt. Mal wird man zu karrikatural, mal zu flüssig, mal zu steif. Schritt für Schritt, Kleinbuchstaben, kursive Gemeine, Versalien. Drawing print forms. Sprünge der Federstellung, Detailmerkmale der Expansion, die man nicht kannte. Ich hab einen Narren daran gefressen. It’s so exotic.

Zeichnen. Translations-Linie.

Die intensive Schreibphase wurde inzwischen durch eine intensive Zeichenphase abgelöst. In mehreren Kursen versuchen wir, Typographie mit Transparent, Papier, Bleistift und Filzer zu fassen. Bei Peter Verheul sind wir der Translation treu. Wir bauen auf Pinselzeichen auf und versuchen, einen Roman-Schnitt darauf zu erzeichnen. In weiteren Schritten geht es darum, eine Abwandlung mit besonders hohem und eine mit besonders geringem Kontrast zu entwickeln, die als Kinder der gleichen Familie betrachtet werden können.

Da dreht und wendet man seine Transparentchen viel, schon allein, um die Zeichenreihe mit dem »Grundschnitt« hinzubekommen. Pech hat, wer ein »o« drin hat, da kann man nämlich lange Zeichnen, bis das mal den richtigen Kontrast und die richtige Breite und die richtige Fette hat.

Ad fontes

In Binnen on 1. Oktober 2009 at 01:12
Buchbegutachtung im Kurs

Buchbegutachtung im Kurs

Montags habe ich Kurs bei Paul van der Laan. Mit ihm machen wir ein sehr vielschichtiges Projekt in Schriftentwurf und -entwicklung, das sogenannte Revival. Zunächst wurden wir in die Stadt geschickt, um in Antiquariaten nach Büchern zu suchen, die im Bleisatz hergestellt sind und eine Textschrift aufweisen, die uns interessiert. Wärmstens empfohlen wurde uns der Buchladen De Slegde, der mich sehr begeistert hat. Dort stehen nämlich neue, gebrauchte und antiquarische Bücher ausschließlich nach Themen sortiert, und somit ihren Alterskategorien nach ungeordnet zusammen. Das Stöbern war so herrlich, dass ich auf die Auswahl von drei Büchern drei Stunden verwendet habe. Und natürlich noch zwei gekauft habe, die nicht ins Suchprofil passten, wohl aber in meine Laune.

Bilderdijk: De Mensch, Titelgravur

Bilderdijk: De Mensch, Titelgravur

Beim nächsten Termin haben wir alle unsere Bücher begutachtet und uns die Textschriften näher angesehen. Die meisten hatten bereits einen persönlichen Favoriten in ihrer Auswahl, so auch ich. »De Mensch« von W. Bilderdijk, nach dem “Essay on Man” von Pope, erschienen 1808 bei Johannes Allart in Amsterdam. Ich wollte Antiqua und gerne etwas aus den Niederlanden.

De Mensch, Innenseiten

De Mensch, Innenseiten

Die Aufgabe hat drei Teile. Einerseits soll ich herausfinden, mit welcher Type ich es genauer zu tun habe. Das bedeutet Recherche in Archiven und Bibliotheken, in Schriftgeschichtsbüchern und Schriftmustern. Das wird bei mir vermutlich nicht so einfach, aber es verspricht sehr spannend und lehrreich zu werden. Andererseits werden wir Schritt für Schritt die Type rekonstruieren. Die entstehende digitale Interpretation soll dem Original in den wesentlichen Parametern möglichst nahe kommen. Und drittens werden wir das Projekt mit einer Dokumentation abschließen, in der wir unsere Rechercheergebnisse darstellen, unsere Arbeitsweisen festhalten und ausgewählte Doppelseiten des Originals nachsetzen, so dass ein direkter Vergleich möglich wird.

Typographie close-up

Typographie close-up

Ich freue mich extrem auf diese Arbeit, auf alle Teile, und ich hab meinen Forschungsgegenstand bereits ins Herz geschlossen. Auf den ersten Blick würde ich meine Schrift als Barock-/Transitionsantiqua mit niederländischen Proportionen einsortieren. In diese Richtung suche ich nun jedenfalls zuerst, beginnend mit Schriftmustern von Enschede en Zonen, Haarlem. Ein ganz anderer Aspekt dieses Buches ist, dass ich Niederländisch in der geschriebenen Fassung von vor 200 Jahren sehen kann, zum Beispiel mit lang-s, Accent circonflexe und y wo heute vermutlich ein ij steht. Me likes !

Tanzbär

In Binnen on 28. September 2009 at 22:27
Tanzbär One

Tanzbär One

Mittwoch vormittags bekommen wir jetzt Unterricht im Programmieren von Just van Rossum. Und wer mich kennt, weiß, dass ich da nicht straks auf den Tisch spring und Oh captain my captain ! rufe. Der Siegel waren mir auf solchen Büchern zuviel, so far. Aber »wagen un winnen« heißt es am Bremer Rathaus und danach wird jetzt getanzt. Wir arbeiten erstmal in einem Programm, das Drawbot heißt. Es ist free, darf runtergeladen und probiert werden. Drawbot basiert auf der Programmiersprache Python. Drawbot hat drei Fensterteile. Links ist eine Fläche, in der geschriebene Zeilen in grafische Darstellungen umgesetzt werden. Rechts oben ist das Fenster, in das man seine Zeilen tippt. Rechts unten ist ein drittes Fenster, das eventuellen Textoutput darstellt. Sich mit Drawbot zu befassen hat zwei Vorteile, von denen ich per Dato berichten kann: Einerseits kann man einen für Grafiker nachvollziehbaren Einstieg in Python vollziehen, weil man immer gleich checken kann, welche Folgen eine Änderung im Skript hat. Und weil Augenmenschen ja auch immer gleich eine Vorstellung entwickeln, was sie gerne Zeichnen möchten, weckt das den Ehrgeiz, das dann auch dargestellt zu bekommen. Andererseits kann man mit Drawbot erstellte Grafiken als Vektor-PDFs exportieren, die man in den anderen DTP-Programmen weiterverarbeiten kann. Und wer gerne mit Random-Funktionen spielt, hat in Drawbot mit Sicherheit seinen Spaß. So wie ich. Ich habe als erste Fingerübung einen Tanzbären geschrieben, der bei jedem Run seine Farbe und Position ändert – schick zufällig mit Randomwerten und sicher ganz unschick mit zuviel Müll im Skript. Aber das erfahre ich bestimmt am Mittwoch. Und ob man das ganze mit einem Midifile synchronisieren kann und wie man Hebefiguren effizient bewältigt, das würde mich auch interessieren.

und Wechselschritt

und Wechselschritt

und Wiegeschritt

und Wiegeschritt

Lokalrunde

In Binnen, Het Leventje on 19. September 2009 at 11:56
Jon, Nils, Yohanna

Jon, Nils, Yohanna

Meine Kollegen im TM-Kurs kurz vorgestellt. Jon aus Dänemark hat die letzten Jahre als Freelancer gearbeitet, Nils aus Kiel ist grade mit seinem Erststudium an der Muthesius fertig, Yohanna-Mi aus Frankreich war an der Estienne in Paris, danach für einen Master in London und macht jetzt ihren zweiten in Den Haag.

Jon, Slávka, Nils

Jon, Slávka, Nils

Hier in der Mitte sitzt Slávka aus der Slowakei. Sie hat zwei Studien parallel gemacht. Buchgestaltung und Buchbinderei in Brno, Tschechien und Grafikdesign in der Slowakei.

Irina, Frank und Tânia

Irina, Frank und Tânia

Irina kommt aus Moskau und liebt es, den Sommer im russischen Norden zu verbringen. Sie hat schon sehr viel Erfahrung in Schriftentwurf. In der Mitte sitzt Frank, der in Hof aufgewachsen ist (noch ein Franke), in Saarbrücken studiert hat und zuletzt in Berlin gewohnt und gearbeitet hat. Links daneben die Tânia aus Portugal, die in Caldas da Rainha studiert und zuletzt in Lissabon gearbeitet hat.

Jan Willem, Martina, Brigitte und Kristyan

Jan Willem, Martina, Brigitte und Kristyan

Jan Willem ist der Koordinator unseres Kurses. Mit ihm werden wir einige Grafikdesignübungen haben. Aber er sieht seine Aufgabe auch darin, uns die Niederlande zu zeigen. Mit ihm machen wir einige Exkursionen und viele Ausflüge in fachrelevante Einrichtungen. Martina ist aus Buenos Aires, Argentinien, und hat einige Jahre Berufserfahrung als Grafikerin und Lehrerin. Brigitte stammt aus München, ist über Stationen in Italien, Portugal und Brasilien schließlich in Montréal gelandet, wo sie zuletzt ebenfalls als Lehrerin und Grafikerin gearbeitet hat. Kristyan stammt aus dem Libanon und ist, wie sein Name schon andeutet, Christ. Er hat als Grafiker und Schriftgestalter schon ein bisschen Erfahrung gesammelt, u. a. in Dubai. Er hat sich zum Ziel gesetzt, unser Bild vom Nahen Osten mal etwas zu pimpen, wofür ich sehr empfänglich und dankbar bin.

Back to black

In Binnen on 12. September 2009 at 23:58
DTL LetterModeller

DTL LetterModeller

Seit vergangenem Mittwoch habe ich wieder schwarze Finger. An diesem Tag habe ich meine ersten kalligrafischen Übungen gemacht, für den Kurs bei Frank E. Blokland. Dazu musste ich mir zunächst ein Programm herunterladen, den LetterModeller der Dutch Type Library. Im Lettermodeller kann man verschiedene Parameter von Handschrift einzeln einstellen und so Vorlagen erzeugen und abwandeln. Das obere Bild zeigt unsere erste Aufgabe. Die Formen haben etwas sehr krudes und ärmliches an sich. Ich war überrascht. Leider konnte ich wegen meiner Wohnung zum ersten Termin nicht da sein und hören, warum wir nach dieser Methode arbeiten. Meine Kollegen haben mir erklärt, dass es dabei einerseits darum geht, die Vektoren des Federstriches deutlich zu erkennen und andererseits darum, dass wir auf Grundlage einer eher abstrakten Vorlage unsere eigene Hand entwickeln sollen und nicht die des Lehrers imitieren. Am Freitag war ich nun zum ersten mal im Unterricht. Die knapp eineinhalbstündige Vorlesung war für mich eine gute Auffrischung, weil ich fünf Jahre nicht mehr kalligraphiert habe. Aber so richtig neu war mir kaum etwas, meinen vorherigen Lehrern Hans-Jürgen Willuhn und Michel Derre sei dank. Ich muss aber auch dazu sagen, dass der Kurs für den BA Grafikdesign konzipiert ist und wir lediglich mitlaufen, um zusätzliche Übungsstunden zu haben. Also keine Beschwerde meinerseits. — Der Ansatz mit dem LetterModeller ist durchaus umstritten und wird in Fachforen diskutiert. Er steht im Zusammenhang mit der PhD-Arbeit von Blokland an der Universität Leiden, in der es um die Betrachtung von Typographie als harmonischem System geht, vergleichbar mit Musik. Das interessiert mich sehr, ich hoffe, dass er uns darüber irgendwann ausführlicher erzählen wird. Im Praktischen bin ich dann aber doch sehr dankbar, wenn er im Unterricht die Modelle an die Tafel skizziert. Das ist vielleicht spießig, aber es liegt mir mehr.

Kalligrafie, die erste

Kalligrafie, die erste