Fritz Grögel

Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Stereotype

In Uncategorized on 21. Dezember 2009 at 12:17

Stereotype Vortrag

Mitte November war ich für drei Tage in Deutschland. Ich hatte das große Vergnügen, auf der Face-to-Face Konferenz in Ludwigsburg den Kick-off-Vortrag zu halten. Bei Face to Face geht es darum, Gestalter und Kunden gemeinsam auf die Bühne zu bringen und in Form eines Dialogs ihre Zusammenarbeit vorstellen zu lassen. Und darum, Deutschland mit einem stets wechselnden Partnerland in Berührung zu bringen und zu sehen, wie es dort läuft. Das diesjährige Partnerland war Frankreich, und deswegen war ich dabei.

Moi à Ludwigsburg

In meinem Vortrag habe ich versucht, Deutschen und Franzosen ihre eigene Schriftkultur vor Augen zu halten beziehungsweise sie für die des anderen zu sensibilisieren. Dafür habe ich tatsächlich zum ersten Mal mit Keynote gearbeitet und war schwer begeistert von den Möglichkeiten, die Präsentation damit einzusprechen und abzuspielen, zu üben. So schwer begeistert, dass ich den Vortrag Stereotype nun als Film exportiert habe, so dass auch ihr ihn euch ansehen könnt, und zwar wahlweise auf Deutsch oder Englisch. Leider ist meine Heimausstattung nicht so üppig und deswegen die Soundqualität weniger berauschend.

Die Vorträge in Ludwigsburg waren unterm Strich auf einem sehr schönen Niveau und die Palette an Projekten wirklich breit gefächert, obschon man sagen kann, dass Grafik und Kommunikation den Löwenanteil ausmachten. Ein paar Knüller des Freitagvormittags sind mir leider entgangen, weil Schlaf so dringend nötig war … Ebenfalls sehr gut war das allgemeine, »niederschwellige« Klima, Sprecher und Publikum überall munter im Schwatz vertieft. Und ! es gab Spätzle mit Linsen und andere schwäbische Leckereien, über die ich mich saumäßig gefreut habe.

Ludwigsburg bei Nacht und Regen

Von der Stadt Ludwigsburg habe ich leider nicht so viel gesehen. Am Tag der Anreise dachte ich zunächst Au weia. Die Strecke zwischen Bahnhof und Veranstaltungsort legte die Vermutung nahe, dass wohl doch ordentlich Bomben runtergekommen sind. Ziemlich viel westdeutscher Nachkriegscharme und ziemlich viel Trash. Eigentlich ein gefundenes Fressen für einen Lettering Walk. Zu dem kam ich aber gar nicht, weil mir das offizielle Programm zu gut gefiel. Zum Besuch des Schlosses reichte es aus gleichem Grund ebenfalls nicht. Aber: die hübsche, unbombardierte barocke Innenstadt habe ich dann doch noch gefunden und dort ein Lokal ganz nach meinem Geschmack.

Ludwigsburg Weinstube Klingel

Als ich die Tür zur Weinstube Klingel aufmachte, sah ich als erstes »die Oma« aus der Küche kommen, während die unterstellte Tochter oder Schwiegertochter am Tresen die »Getränke machte«. Wo es so ist, kann Essen und Trinken nicht so schlecht sein, dachte ich mir, und ja, es war gut und mit 12,80 für Braten und Bier auch noch günstig. Mein Tipp für Ludwigsburg: Weinstube Klingel !

Antwerpen

In Buiten, Uncategorized on 28. November 2009 at 18:57

Nur einen Handwurf

Ein Bilderbogen zu Antwerpen muss mit dem Motiv überhaupt starten: Brabo wirft die Hand des Riesen. Die Häuser im Hintergrund sind übrigens Reinterpretationen des 19. Jahrhunderts, nicht die originale Platzbebauung.

Schelde

Antwerpen liegt an der Schelde und hat einen der wichtigsten Häfen Europas. Weil der Weg zum offenen Meer durch niederländisches Gebiet führt, gab und gibt es immer wieder Streit zwischen Belgien und den Niederlanden.

Skyscraper

Der älteste Skyscraper Europas wurde 1930 eröffnet und heißt Bauernturm. Pioutifull.

deSingel, Veranstaltungsort der integrated 2009

deSinghel, innen

DeSingel, der Veranstaltungsort der integrated-Konferenz.

I like Frauen mit Blitze

Brabo

Vom Heldenjüngling Brabo wird der Name Brabant abgeleitet (spricht man übrigens Brábant und nicht Brabánt, wie ich immer dachte). Heute gibt es eine Provinz Noordbrabant in den Niederlanden und Flämisch sowie Wallonisch Brabant in Belgien (die Umgebung von Brüssel). Merkwürdiger Weise gehört Antwerpen heute nicht mehr zu Brabant. Die Provinz heißt ebenfalls Antwerpen.

Tram

Antwerpen hat ein Tramnetz, das im Innenstadtbereich teilweise unterirdisch als U-Bahn ausgebaut ist. Wie in Bonn oder Philadelphia. Es gibt neue und alte Züge. Die alten sind sehr hübsch und haben mich stark an Lissabon erinnert. Die kariolen auch genauso wild durch die engen Straßen der Altstadt.

U-Tram-Station

Tramanzeige

Tramanzeige

Besonders angetan hat es mir die tolle Anzeigetechnik im ÖPNV Antwerpens. Das ist quasi der Vorgänger zu unseren Hightechanzeigen in Berlin. Die roten Leuchten zeigen einem an, wieviele Minuten die nächste Tram noch etwa entfernt ist. Nicht so schnell auszulesen für den Ortsfremden, aber todschick.

Gerichtsgebäude

Palais de la Justice. Sehr abgefahrener Gerichtsneubau am Stadtrand. In diesem schwebenden Betonarm ist einer von vier großen Sitzungssälen.

Straße der Gier

Hier ist die Straße der Gier und das reimt sich auf Bier. Typographisch eine Todsünde.

Handbier

Das lokale Bier hat natürlich auch die Hand des Wurfs zum Logo. Ein kräftiges, äußerst leckeres halbdunkles Bier.

Keep in Touch

Die Kirch

Bäcker

Flamen sind Holländer mit Geschmack. In Antwerpen ißt man viel besser als in  Den Haag. Bei den Bäckern spürt man einen französischen Einfluss. An den Fressalien einerseits, aber auch an Schriftdetails:

Ambachtelijke bakerij

Ambachtelijk heißt handwerklich. Solche Schilder habe ich in den Niederlanden noch nicht gesehen, wohl aber in Frankreich.

Mehr Brot

Antwerpen fühlt sich recht großstädtisch an, viel metropolitaner als Den Haag. Altes und Neues kracht aufeinander, Schickes und Häßliches, Einheimisches und Immigriertes. Alles ist etwas weniger herausgeputzt bzw. schmuddeliger. Eine Stadt zum Wohlfühlen.

Jesuitenkirche

Die Protestanten konnten Antwerpen nicht gegen die Spanier halten und so blieb die Stadt katholisch und wurde sogar zu einem Zentrum der Gegenreformation. Wie in Brasilien oder Portugal gibt es eine große Jesuitenkirche in der Mitte der Stadt. Der Platz davor sieht aus wie im Süden. Die Rückseite gibt ein ausgewogeneres Bild von der heutigen Stadt.

Jesus

Auch andere Details haben mich an Brasilien erinnert. Etwa die vielen kleinen christlichen Splitterkirchen, die sich nicht verstecken, sondern sehr uitgoing sind. Die niederen Lande sind immer noch ein fruchtbares Feld für religiöse Triebe allerlei Art.

Mystery magasin

Kryptik im Alltag: wir sagen euch zwar nicht, was wir machen, aber wir haben bis 24 Uhr geöffnet !

Koffers

Vanhoffelen — modern

Flamenstolz

Saucenzitzen

Bei schmierigen Mayosaucen sind sich alle wieder einig: auch die Belgier lieben ihre Frittierwaren mit vielen verschiedenen Toppings. Die kommen fertig in Flaschen und werden auf die Fritten gemolken. Mahlzeit !

Sans Access

In Uncategorized on 15. November 2009 at 21:55

Me voilà après trois semaines sans accèss à internet. Dat is niet goed. Da ich gerade viel handwerke, wars kein Supergau, aber es fehlen eben x Mal am Tag die kleinen Griffe, um en ligne zu bleiben. Ich bin jetzt mal wieder da, aber wundert euch nicht, wenn ich dann wieder weg bin. Es geht rund und das ist auch gut so. Häppchenweise Bildauffrischung voraus.